Verbundenheit untereinander fördern – nur wie?

Verbundenheit ist ein Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit. Wir alle möchten ein Teil einer Gruppe oder Familie sein. Verbundenheit ist ein Grundbedürfnis. Verbundenheit verleiht unserem Leben Zweck und Bedeutung.

Erinnerst du dich an einen Film, wo du Sympathien für den Bösewicht empfunden hast?

Das liegt daran, dass du unbewusst Ähnlichkeiten mit dir selbst erkennst und sei es die Tatsache, dass ihr das gleiche Lieblingsgericht habt. Sprich wenn wir Ähnlichkeiten erkennen, wenn wir uns verbunden fühlen, dann ist dieser Effekt so stark, dass wir sogar dem Bösewicht sympathisch finden können.

VERBUNDENHEIT IN UNTERNEHMEN

Hierarchisch aufgestellte oder stark expandierende Unternehmen laufen in ihrem komplexen System von Abläufen oft Gefahr, die Verbindung untereinander zu verlieren. Dazu kommt: Es findet kaum eine ehrliche und aufrichtige Kommunikation auf Augenhöhe statt. Selten würde ein/e neue/r Mitarbeiter/in seiner/m Chef/in sagen, wie er/sie das Unternehmen wirklich wahrnimmt und was ihn/sie bedrückt. Schade, schließlich wäre das wertvoller Input, an dem Organisationen und Teams wachsen.

Woran liegt das?Zwei Gründe:

  1. Energetische Aufwand

Ehrliches und aufrichtiges kommunizieren kostet Zeit und Mut. Wenn Unternehmen expandieren kostet es schlichtweg Energie und Kapazitäten, um mit allen zu kommunizieren. Es besteht der Glaube, dass der Arbeitsalltag dies nicht mehr zu lasse. Heißt es doch schließlich: Time is money.

  1. Scham

Scham ist - anders gesagt - die Angst vor dem (Ab-)Getrenntsein. Gibt es irgendwas an mir, dass - falls andere davon wissen oder es sehen - ich die Verbindung/Zugehörigkeit nicht wert bin? Abgelehnt werde?

Scham ist universell. Wir haben sie alle. Wer Scham nicht erfährt, hat selbst keine Kapazität für zwischenmenschliche Empathie oder Verbindung. Niemand möchte darüber reden. Interessant: Je weniger man darüber redet, umso mehr hat man sie. Was diese Scham untermauert, ist das Gefühl "Ich bin nicht gut genug" und die Angst vor Ablehnung und damit vor Verletzlichkeit. Diese ist in unserer Gesellschaft ja bekanntlich nicht hoch angesehen. Ein Indianer kennt schließlich keinen Schmerz.

Das muss nicht sein und wir können etwas dagegen tun! Schließlich möchten wir doch mit allen verbunden, zugehörig sein, möchten einander vertrauen, möchten einander verstehen, geliebt und beachtet werden.  Und wir alle wissen, dass effektive Kommunikation nicht nur Zeit spart, sondern auch Energie verleiht. Also...

WAS KÖNNEN WIR TUN, UM UNS WIEDER VERBUNDEN ZU FÜHLEN? 

  1. Glaube

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass nur eine Variable Menschen, die ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit haben, von den Menschen, die darum kämpfen unterscheidet: Glaube.

Die Menschen, die sich verbunden fühlen, GLAUBEN, dass sie die Liebe und Zugehörigkeit wert sind. Das ist alles. Sie glauben daran, dass sie es wert sind.

  1. Mut & Mitgefühl

Die ursprüngliche Bedeutung von Mut bzw. englisch "courage" stammt vom lateinischen Wort "cor", was "Herz" bedeutet. Sprich: wer mutig ist (he/she shows courage) erzählt seine/ihre Geschichte mit ganzem Herzen, so wie man WIRKLICH ist.

Menschen, die Verbundenheit fühlen, haben schlichtweg den Mut, unvollkommen zu sein. Sie lassen es zu, gesehen zu werden und sind gewillt, authentisch zu sein, ohne nur gefallen zu wollen.

Sie haben das Mitgefühl zuerst gut zu sich selbst und dann zu anderen zu sein. Denn wir können nicht für andere Mitgefühl haben, wenn wir mit uns selbst nicht gut umgehen können.

Diese Menschen kennen ihre wahres Inneres (Wesen, Werte, Bedürfnisse…), fangen an sich selbst zu akzeptieren und zu lieben, um dann andere lieben zu können. Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. So stand es ja schon in der Bibel.

  1. Uneingeschränkte Annahme

Menschen, die Verbundenheit fühlen, nehmen das Gefühl der Verletzlichkeit uneingeschränkt an. Sie glauben ihre Verletzlichkeit macht das Schöne an ihnen aus. Sie reden über Verletzlichkeit, weder als etwas Angenehmes, noch als etwas Qualvolles. Sie reden lediglich über ihre Notwendigkeit. Sie gehört dazu.

Sie reden von der Bereitschaft als erstes "Ich liebe dich" zu sagen;

der Bereitschaft, etwas zu tun, bei dem es keine Garantien gibt;

der Bereitschaft, durchzuatmen, wenn ein Kunde abspringt.

Sie sind bereit, in eine Beziehung zu investieren, die vielleicht nicht funktionieren wird.

Sie glauben, dies ist fundamental.

Zusammengefasst: Verletzlichkeit ist der Kern von Scham und Angst. Doch dort entstehen auch Freude, Kreativität, Zugehörigkeit, Liebe. Diese Gefühle können nicht selektiv betäubt werden. Man kann nicht sagen, hier sind die schlechten Emotionen -hier ist Verletzlichkeit, Trauer, Scham, Angst, Enttäuschung - die will ich nicht fühlen, das Gute aber schon. Also: High needs low!

TIPPS & KONKRETE UMSETZUNG IN UNTERNEHMEN 

A. Der Glaube, es wert zu sein.

Wir können unseren Glauben daran, dass wir es wert sind, Liebe und Zugehörigkeit zu spüren fördern, indem wir es uns selbst jeden Tag -wie ein Mantra- aufsagen. Wann immer wir in den Spiegel schauen, sagen wir innerlich den Satz „Ich bin es wert.“ Umso öfter wir es wiederholen, desto schneller wird ein neues neuronales Netzwerk im Gehirn angelegt.

Für den Umgang mit Kollegen bedeutet dies, öfters BEDINGUNGSLOSE KOMPLIMENTE auszusprechen wie "Du bist unvollkommen!“ oder „Vielleicht wirst du Fehler machen, aber du bist die Liebe und Zugehörigkeit wert." (so oder so ähnlich :-))

B. Der Mut, sich mit Herz zu zeigen.

Wenn du Angst hast, dich authentisch zu zeigen, hat dein innerer Kritiker vermutlich laut mit dir gesprochen. Wenn wir unkontrolliert denken und uns gleichzeitig mit unserem Kritiker identifizieren, bekommen wir oft zu hören „Pass auf! Wenn du das nun tust oder sagst, wird bestimmt jene schlimme Reaktion herbeigeführt“. Angst, Angst, Angst…

99% unserer Gedanken sind kritisch, aber vor allem falsch, denn unser Gehirn ist noch rudimentär auf Überleben geprägt und dadurch immer im Vorsichtsmodus.

Bevor du das nächste Mal in einen negativen Gedankenstrudel gerätst, zähle laut 5-4-3-2-1 runter. Ja, richtig! Wenn du laut runterzählst, stoppst du deinen Gedankenfluss und kannst wieder aus dem Herzen handeln.

C. Erkennen, wer man wirklich ist.

Trotz all unserer Charakterzüge und Rollen, denk daran, dass es einen Kern gibt, der in jedem von uns schlummert. Es ist das Etwas, das unser Herz schlagen lässt, unsere Seele, unsere Persönlichkeit, unser Bewusstsein. Werde dir diesem universellen Bewusstsein so oft wie möglich bewusst, damit du dich nicht im Außen verlierst und immer nach deinem inneren Kompass handelst.

Gehe hierfür mit deinem Bewusstsein zum Beispiel in deine Hände (In den Händen sind viele Nervenbahnen, die wir schnell als Kribbeln wahrnehmen können). Dies ist der Beweis, dass du lebst.

D. Die Gemeinsamkeit erkennen.

Diesen Kern, diese Essenz schlummert in uns alle. Jeder Mensch hat sie. Wenn du mit anderen Menschen zusammen bist, schau in deren Augen und nimm dir ganz bewusst vor, nur den Menschen zu sehen, ohne ihn/sie zu bewerten. Unabhängig von ihren Rollen, Geschlecht oder Alter, sehe, dass hinter diesen Augen sich ein größeres Bewusstsein befindet.

In dem Moment spürst du, dass ihr euch ähnlicher seid als vielleicht angenommen. Dein Gegenüber wird  dies unbewusst als positive Erfahrung wahrnehmen.

E. Das Mitgefühl, sich selbst & anderen gegenüber.

Bist du intro- oder extrovertiert? Magst du lieber das Chaos oder die Struktur?

Neben unserem tiefsten Innern haben wir natürlich auch Charaktereigenschaften, die uns durch unsere Lebenserfahrungen begleiten. Wenn wir wissen, welche Persönlichkeit wir oder unsere Kollegen haben, fällt es uns leichter, empathischer und verständnisvoll zu sein.

Hier ein empfehlenswerter und sehr valider Persönlichkeitstest von C.J.Jung  https://www.16personalities.com/de

F. Uneingeschränkte Annahme von Gefühle

Nimmt man Emotionen ganz neutral wahr (das, was man in der Meditation macht) dann stellt man fest, dass Emotionen nur Körperwahrnehmen sind (ein Drücken, Stecken, Kribbeln) und dass sie ständig in Bewegungen sind. Wenn wir die Emotionen wie ein Beobachter wahrnehmen, verlieren sie ihre Intensität. Wenn wir Emotionen annehmen, verschwinden sie in wenigen Minuten von selbst. Versprochen!

G. Radikale Ehrlichkeit

Nur weil wir ein höheres Bewusstsein uns selbst gegenüber haben, können wir nicht erwarten, dass jeder sich in der gleichen Geschwindigkeit entwickelt. Deshalb ist es gerade am Anfang wichtig, den richtigen Ton zu finden, damit wir ehrlich sein können ohne, dass es zu Missverständnissen oder Streit kommt. Radikal ehrliche Kommunikation bedeutet (unter anderem) bei jeder Aussage bei sich zu bleiben und ausschließlich ICH-Botschaften zu verwenden.

Statt zu sagen „Ich bin genervt, weil A, B & C“ ist es besser zu sagen „Ich habe das Gefühl, dass ich nicht wertgeschätzt werde, aufgrund der Punkte A, B und C (Tatsachen schildern)“. Hier liegt der kleine Unterschied indem ICH BIN und ICH HABE. „Ich bin“ klingt statisch. „Ich habe“ hingegen ist flexibel. Unser Unterbewusstsein nimmt die Aussagen komplett anders wahr.

Wenn du mehr über Kommunikation erfahren möchtest, wenn du wissen möchtest, in wie weit wir ihr Team und die Verbundenheit unterstützen können, dann melde dich. Es gibt für alles eine Lösung.

Jutta Reinke



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